Selber Bier brauen

Nach den letzten Posting, ist mir wieder eingefallen, dass ich einmal versucht hatte Bier selber zu brauen. Im Grundprinzip braucht man dafür nicht viel, man muss nur wissen, woher man die Zutaten bekommt.

Nach dem Reinheitsgebot darf man sozusagen vier Zutaten verwenden: Wasser, Hopfen und Gerste/Malz und Hefe. Die erste Zutat kriegt man in unseren Breitengraden eigentlich relativ gut her. Bei den drei anderen wird es schon etwas schwieriger.

Trotz dessen, dass ich in der Nähe von einen großen Hopfenanbaugebiet her kommen (Spalt), war es mir nicht möglich einen solchen Hopfen zu ergattern, da die Aussage war: Die komplette Ernte sei schon verkauft. Also habe ich den Hopfen über eine Apotheke gekauft – im Internet stand irgendwo, dass dieser auch geht.

Die Gerste bzw. für Hausbrauer ist es besser fertigen Malz zu kaufen, habe ich von einer Mälzerei aus der Gegend bekommen. Ich bin also hingefahren mit einer Dose, hab gesagt: „Servus, ich möchte gerne Bier brauen, könnte ich euch bisschen Malz abkaufen?“ Dann bekam ich irgendwie 3 – 4 Kilogramm Malz für 2 Euro oder so, was natürlich viel zu viel war (also die Menge, nicht der Preis)

Die Hefe war neben den Hopfen, auch ein Problem. Ich hab dann einfach normale Backhefe (Biohefe) genommen. War vielleicht falsch, aber gut. Mein Versuch hat ja eh nicht geklappt.

Was man dann noch braucht: Einen Topf, einen Herd, ein Passiertuch oder ein Läuterbottich – den habe ich mir aus zwei lebensmittelechten Plastikmülleimern gebaut.
Und vielleicht noch eine Spindel zum bestimmen der Stammwürze, aber das hab ich weggelassen, weil es für den ersten Versuch für mich noch nicht so wichtig war.

Dann geht’s zum Brauen. Das ist sehr zeitaufwendig. Ich habe glaub ich 7 Stunden lang in der Küche gesessen und im Topf rumgerührt. Beim Bier brauen hält man nämlich verschieden „Rasten“ ein, das heißt: Man muss eine bestimmte Zeit lang das Gemisch auf einer bestimmten Temperatur halten.

Man fängt mit den „Einmaischen“ an. Wasser und Malz zusammen tun und unter rühren auf 65 Grad halten. Man hält es eine viertel Stunde auf dieser Temperatur und geht dann hoch auf 71 Grad und dann nochmal eine viertel Stunde lang. Durch diesen Prozess versucht man den Zucker umzuwandeln – Achtung: Sollte nicht anbrennen das Zeug. Das schmeckt dann sehr süß.

Nach der Zeit kann man einen Jodtest machen, wo man sehen kann, ob die Enzyme angefangen haben zu wirken. Danach geht man auf 77 Grad hoch, aber nicht über 78 Grad und rührt weiter.

Danach läutert man. Das heißt: Man passiert ab. Man trennt das Wasser vom Malz. Dann erhitzt man Wasser auf 77 Grad und gießt es nochmal über die restlichen festen Bestandteile um diese Auszuwaschen. Danach kann man mit der Spindel die Stammwürze ermitteln, falls diese noch nicht ausreichend ist, den Vorgang mit den heißen Wasser wiederholen, bis sie stimmt.

Dann 60 Minuten lang die Würze kochen (das abpassierte Zeug), also auf 100 Grad halten.

Jetzt kommt der Schritt, wo ich es mir wohl versaut habe. Kocht man Hopfen zu sehr, kommen die Bitterstoffe zu gut raus. Meins kochte noch zu stark und deswegen wurde das Bier bitter. Man kann die Hopfengabe auch aufteilen auf zweimal. Die Menge richtet sich nach dem, wie viel Bier man haben möchte.

Nun kann man wieder Spindeln. Dabei eine Menge auf 20 Grad abkühlen lassen. Danach wird der Sud wieder passiert um den Hopfen zu entfernen. Das Resultat sollte dunkel und klar aussehen.

Nun kommt die Hefe, dazu muss der gesamte Sud abgekühlt werden – notfalls kann man dies auch mit der Zugabe von Eiswürfeln machen, dadurch senkt sich auch die Stammwürze. Dann die Hefe hinzugeben und wenn die Spindel 4% anzeigt und dann ist gut. Danach kann man das ganze in sterile Flaschen abfüllen, 2 Wochen lang bei Zimmertemperatur lagern und dann noch eine Woche im Kühlschrank und dann müsste das ganze fertig sein.

Also sollte ich nochmal auf die Idee kommen nochmal Bier selber zu brauen, dann besorg ich mir ersteinmal den richtigen Hopfen und die richtige Hefe und versuche nicht durch die Hopfenzugabe meine stundenlange Arbeit zu versauen.

Eine Sache mit der Heimat

Ich wohne ja jetzt seit über einen Jahr gute 800 Kilometer von daheim weg. Daheim ist die Metropolregion Nürnberg, ich bin also gebürtige Fränkin, was man eigentlich nur hört, wenn ich Wörter mit R ausspreche – sonst spreche ich perfekt hochdeutsch… ernsthaft…

Wo ich herkomme, gibt es ein Fest. Einmal im Jahr. Die fünfte Jahreszeit von uns. Man nennt sie “Bergkerwa”, “Berg” oder auf hochdeutsch: “Bergkirchweih” – dazu braut die ansässige Brauerei immer spezielles “Bergbier”.

Die Bergkerwa ist eine uriger Kerwa in Erlangen. Schön mit Kellern, Bänken unter Bäumen, netter Musik, Brezeln und Co.
Ich besuche diese Kirchweih eigentlich gerne, aber jetzt auf Grund der Distanz und da sie immer um Pfingsten rum ist, kann ich da jetzt leider nicht hin dieses Jahr.

Aber meine Eltern hatten eine glorreiche Idee:

 Da werde ich wohl irgendwann mal mit Kopfschmerzen aufwachen.

Eilmeldung!

Wie bereits einmal ausführlich berichtet, habe ich eine Viertel Stunde meiner kostbaren Sonntage immer genutzt um mich um meine arme Orchidee Uwe zu kümmern. 

Ich dachte, ich hätte Uwe verloren. Hinüber… Todesursache: Vertrocknen, da man ihn in die pralle Hitze einer Heizung stellte. Aber ich konnte nicht aufgeben, ich musste Uwe retten. Immerhin hab ich ihn zum Geburtstag bekommen, von drei netten Kolleginnen. Da hängt ja auch was Emotionales dran.

Wie berichtet, tauchte ich Uwe somit jeden Sonntag. Und alle zwei, drei Wochen bekam er Dünger. Er bekam auch einen neuen Topf, neue Erde und einen optimaleren Platz im Zimmer.

Was hab ich getanzt, als neue Blätter kamen, als sich Knospen bildeten.

Mit meiner Rettungsaktion habe ich auch eine Kollegin angesteckt, die nun ihre Orchideen aufpäppelt. Aber ich hatte halt Vorsprung. Und heute als ich von der Schulung kam, da war es soweit: Uwe blüht wieder.

Eine der vier Knospen ist aufgegangen. Und bald erkennt man vielleicht wieder was Uwe einmal war: eine lebendige, gesunde, fröhliche Orchidee.

Wenn ich mal groß bin

Quote

“Wenn wir in Berlin leben, denken wir, New York ist bestimmt spannender. Wenn man uns einen Arbeitsvertrag vorlegt, der bis zur Rente gilt, macht uns das nervös. Der Gedanke, dass unsere Beziehung für immer halten könnte, ebenfalls. Wir wollen uns nicht festlegen. Wir führen lieber ein Leben im permanenten Testzustand, nie ganz zufrieden, immer am optimieren. Das macht es uns schwer, im Hier und Jetzt zu leben.”

Jonas Spengler, 29, Start-Up-Gründer – Zitat aus Neon (100. Ausgabe)